Sind Eier wirklich schlecht für den Cholesterin-Spiegel?

Veröffentlicht am 14.04.2012 in salatquadr.at, Vom Essen Besessen

Ein Hühnerei und zwei Wachteleier - Sind Eier wirklich schlecht für den Cholesterin-Spiegel? Wer hat nicht schon gehört, dass der Verzehr von Eiern schlecht sei, weil diese viel Cholesterin enthalten? Ein Teil dieser Aussage ist durchaus wahr, die zweite Hälfte jedoch schon längst widerlegt.

Ein durchschnittliches Ei enthält mindestens 200 mg Cholesterin, empfohlen wird von verschiedenen Gesundheitsinstitutionen aber ein Limit von maximal 300 mg pro Tag. Was nun?

Man muss – wie immer – auch das Kleingedruckte lesen und die Hintergründe kennen:
Zuerst einmal gibt es verschiedene Varianten von Cholesterin – das sogenannte HDL-Cholesterin („high density lipoprotein“) und LDL-Cholesterin („low density lipoprotein“). Daneben lassen sich im Labor auch noch weitere Fraktionen abtrennen (VLDL und IDL), aber das ist hier nicht so wichtig. Das erstgenannte Cholesterin (mit höherer Dichte) ist lebensnotwendig und an vielen Stoffwechselprozessen im Körper verantwortlich. Nur das Cholesterin mit niegriger Dichte ist das „böse Cholesterin“ – dieses kann sich in den Blutgefäßen ablagern und Herzkreislaufprobleme (z.B. Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall) aber auch Alzheimer verursachen.

Ist im Körper nicht genug Cholesterin verfügbar, bildet er sein eigenes. Wer nun ein Hühnerei isst, nimmt vom enthaltenen Cholesterin einerseits nur einen kleinen Teil in die Blutbahn auf (die Darmzellen blockieren die Aufnahme). Andererseits wird das höhere Cholesterinangebot im Körper bei den meisten Menschen durch niedrigere Eigenproduktion kompensiert.
Einige Eier pro Woche haben bei gesunden Menschen also kaum eine negative Auswirkung auf den Cholesterinspiegel.

Britische Forscher von der University of Surrey meinen sogar, „die meisten Menschen können so viele Eier essen wie sie wollen, ohne ihrer Gesundheit zu schaden.“

Ganz im Gegenteil: Eier seien gesund, enthalten viel Vitamin D, B und K, verschiedene Mineralstoffe und Jod. Zudem ist im Ei – wie der Name schon wagt – viel Eiweiß, und das macht satt und satt und hilft Schlankheitsbewussten.

Schlechte Auswirkungen auf die Cholesterinwerte haben dagegen gehärtete Fette z.B. aus Wurst oder Schweinebraten.

Übrigens: Die Inhaltsstoffe der Eier hängen auch von der Ernährung der Hühner ab. Eier aus Freiland-Haltung enthalten 1,5-7 mal mehr Vitamin A, E, D, Beta-Carotin, doppelt so viel Omega-3-Fettsäuren und um 1/3 weniger Cholesterin (siehe Quelle 4).

Quellen: 1, 2, 3, 4

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